Seit 2 Wochen treiben wir am Ozean der Fernlehre. Plötzlich bestiegen wir ein Schiff, dessen Kurs nicht klar war und für das wir auch nur teilweise die nötigen Kompetenzen hatten.

Der Ozean ist ruhig und wir sind eine lernende Organisation. Im Rahmen eines Online Lernauftrages über den eigenen Lernalltag sind viele tolle Texte entstanden. Die SchülerInnen haben mir ein paar zur Verfügung gestellt, die ich hier vorstellen möchte.

Beim Freewriting geht es darum, den Gedankenfluss auf Papier zu bringen- unkorrigiert. Sozusagen „schreiben unplugged“.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Dilan, Bastian und E. für die Texte bedanken, und euch liebe Leser auf ein paar Gedankenreisen einladen.

Freewriting von E.
Freewriting, Fernlehre aus Schülersicht
Freewriting von Dilan 10.Schulstufe
Bastian beschreibt seine Sichtweise und seine Einstellung zum neuen Lernalltag zu Hause
Freewriting von Bastian Sziber

Freewriting oder besser gesagt „shity first draft“ zu: Mein Alltag beim Homeschooling

So, eigentlich sollte ich auch ein Freewriting machen, nachdem ich es meinen Schülern diese Aufgabe gestellt habe. Mein Computer flüstert es mir förmlich zu, als ich ihn heute einschalte.

Er ist momentan mein einziges Gegenüber. Außer den Vögeln, die vor meinem Fester herumfliegen. Manchmal schaut mich aus dem Computer jemand an, wenn ich eine f2f Sitzung habe. Aber das kommt selten vor. Nun kann sich jeder und jede einteilen, wann er oder sie die Aufgaben erledigt. Deshalb poppen normalerweise nur Mails auf oder Nachrichten am Handy.

Das Wochenende war sehr arbeitsintensiv. Ich wollte alle Aufträge fertig haben, damit meine SchülerInnen einen Überblick haben, wenn sie am Montag die Lernplattformen besuchen. Außerdem wollte ich noch eine Montagsbegrüßung als Audiofile raufladen. Etwas Persönliches.

Nach einer Woche habe ich so das Gefühl, als ob manche ganz weit weg wären. Andere sind sehr präsent, fragen viel nach. Manche geben ihre Aufträge ab. Die meisten machen das nicht. Verwechseln sie vielleicht Homeschooling mit Ferien? Vielleicht sogar mit den Sommerferien, in denen definitiv nichts zu tun ist?

So ist es nicht gemeint. Aber es fehlt natürlich jemand, der die Aufforderungen öfter gibt oder der durch seine bloße Anwesenheit daran erinnert. Lernplattformen kann man einfach ausschalten.

Also steige ich darauf um, dass ich zumindest die Begrüßung mit einer Lesebestätigung mache. Wird das etwas ändern? Mal sehen.

Etwas, das mir heute Morgen noch eingefallen ist, sind die Umgangsformen. In den Zeiten, in denen wir nicht so viel mit einander reden, sind die Umgangsformen noch einmal doppelt so wichtig. Aufbauende Worte sind noch effizienter. Wir brauchen ein Feedback. Zumindest ich brauche das. Jedes Wort wirkt noch stärker. Also habe ich noch stärker versucht persönlich anzusprechen und aufzubauen. Mal sehen wie es ankommt. Wird es jemand merken?

Und ich werde Präsenzphasen einbauen, um einen gewohnten Ablauf zu suggerieren. Mal sehen, wie das aufgenommen wird. Ich hoffe, das erfahre ich von den Rückmeldungen meiner SchülerInnen.

Es ist der nächste Schritt im Abenteuer Fernlehre.